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FAQ steht für „frequently asked questions“, also Fragen, die uns häufig gestellt werden und die auch Sie interessieren könnten. FAQs gibt es zu folgenden Themen:

Zum Thema konvisionär

Was sind die Verpflichtungen, wenn man bei konvisionär einsteigt?
Wie viele Mitglieder hat konvisionär und wie viele werden es am Ende sein?
Wie werden Entscheidungen getroffen?

Zum Thema Wohnen und Einziehen

Habt ihr noch Wohnungen frei?
Wann werdet ihr einziehen?
Ist es schon sicher, dass ihr da einzieht?
Warum zieht ihr nicht einfach ein?
Wie sind die Räumlichkeiten geplant?
In welchem Zusammenhang steht ihr mit Hagebutze?

Zum Thema Finanzen

Was kostet das alles?
Wie wollt ihr das finanzieren?
Was sind Direktkredite?
Wie sicher ist mein Geld, wenn ich euch einen Direktkredit gebe?
Erhält man mit einem Direktkredit einen Anteil an der GmbH?
Wie lange sind Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist?
Wie hoch sind die Zinssätze?

Zum Thema Besitzverhältnisse

Wem gehört das Haus dann am Ende?
Sind die Bewohner_innen dann nur Mieter_innen? Kann ich über die Gestaltung des Hauses und der zukünftigen Wohnung mitentscheiden?
Wie funktioniert diese GmbH?
Worin bestehen die Vorteile dieser Besitzstruktur?
Kann sich ein Gesellschafter – wie sonst üblich – für seinen Gesellschafteranteil auszahlen lassen?

 

 

Zum Thema konvisionär

Was sind die Verpflichtungen, wenn man bei konvisionär einsteigt?

Die aktive Teilnahme an der Gemeinschaft ist die wichtigste Grundlage. Dazu gehört zum einen, sich daran zu beteiligen, die anstehenden Aufgaben zu erledigen. Darüber hinaus aber auch die Bereitschaft, seine Freizeit mit den anderen Bewohnern zu verbringen. Wie und wie viel ist dabei natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Finanzielle Verpflichtungen neben Bezahlung der Miete gibt es allerdings keine.

Wie viele Mitglieder hat konvisionär und wie viele werden es am Ende sein?

Wir sind heute etwa 25 Erwachsene und 20 Kinder. Wie viele wir am Ende sein werden steht noch nicht fest und hängt von der Bauplanung ab, schätzungsweise aber 60 bis 70 Menschen (inklusive Kinder) auf rund 2700qm Wohnfläche.

Wie werden Entscheidungen getroffen?

Es finden regelmäßig Versammlungen (aMV – außergewöhnliche Mitgliederversammlung) aller Bewohner_innen statt, auf denen das gesamte Projekt betreffende Entscheidungen im Konsensverfahren getroffen werden. Allerdings werden Entscheidungen auch in Kleingruppen (AKs – Arbeitskreise) vorbereitet, kleinere Entscheidungen auch direkt dort getroffen. Diese AKs müssen die aMV über ihre Arbeit informieren, Transparenz und gute Kommunikation sind uns sehr wichtig.

 

Zum Thema Wohnen und Einziehen

Habt ihr noch Wohnungen frei?

Wir sind gerade dabei weitere Mitglieder aufzunehmen und haben dafür sehr viele Anfragen. Voraussichtlich werden  nach diesem nun laufenden Prozess alle Wohnungen vergeben sein. Es wird u.a. eine Groß-WG geben, die momentan noch einige Menschen aufnehmen kann.

Wann werdet ihr einziehen?

Frühestens Ende 2017. Die Stadt, der inzwischen das ganze Areal Mark-Twain-Village gehört, hat uns bereits einen Kaufvertrag vorgelegt. Der Text des Kaufantrags ist abschließend besprochen, so dass wir mit einem zeitnahen Kauf rechnen. Nach Abschluss des Kaufs werden wir mit der Sanierung von nicht bauantragsrelevanten Umbauten beginnen. Unsere bauantragsrelevanten Zeichnungen sind so gut wie fertig, so dass wir zeitnah einen Bauantrag stellen werden. Die Genehmigung des Bauantrags ist abhängig vom Bebauungsplan der Stadt. Dieser liegt noch nicht vor. Wenn die Umbau- und Sanierungsarbeiten begonnen haben, rechnen wir, mit einer Bauphase von 9 bis 12 Monaten.

 Ist es schon sicher, dass ihr da einzieht?

Ganz sicher ist das noch nicht. Erst muss der Kauf erfolgreich abgeschlossen  sein. Wir rechnen jedoch fest damit, den Kauf von der Stadt, die Finanzierung, die Bauplanung und Durchführung erfolgreich abschließen zu können.

 Warum zieht ihr nicht einfach ein?

Ein Schadstoffgutachten hat festgestellt, dass problematische Stoffe wie z.B. PAK entfernt werden müssen. Es fehlt außerdem an einer Trittschalldämmung und für Einzelpersonen gibt es keine geeigneten Wohnungsschnitte. Über diese baulichen Mängel hinaus ist es uns wichtig, das Haus auch energetisch zukunftsfähig zu machen.

Wie sind die Räumlichkeiten geplant?

Für alle Parteien, also Paare, Familien, Wohngemeinschaften und Einzelpersonen haben wir abgeschlossene Wohnungen geplant. Für die Entstehung einer Gross-WG haben wir eine entsprechend große Wohnfläche angedacht.
Außerdem wollen wir verschiedene Gemeinschaftsräume realisieren, wie z.B. einen Aufenthaltsraum mit Kochgelegenheit und Platz für alle Bewohner_innen. Dazu kommen noch gemeinsame Gästeräume, Fahrradkeller, Waschraum und Werkraum.
Zusätzlich werden wir, voraussichtlich im Keller, Räume für unsere Projekte haben: Hier wollen wir eine Fahrradwerkstatt, ein Lebensmitteldepot und einen Umsonstladen entstehen lassen.

In welchem Zusammenhang steht ihr mit Hagebutze?

Mit Hagebutze arbeiten wir in hd_vernetzt zusammen und pflegen ein kooperatives Verhältnis: sowohl im Bezug auf die Gestaltung der Gebäude, als auch der Freiflächen. Hagebutze wird unser nachbarschaftliches Wohnprojekt sein. Gemeinsam wollen wir jeweils 1, 5 Häuser bewohnen, die U-förmig angeordnet sind und sich einen großen Innenhof teilen.

 

Zum Thema Finanzen

Was kostet das alles?

Großzügig gerechnet, gehen wir derzeit von Kosten in Höhe von 5 bis 6 Millionen Euro aus.

Wie wollt ihr das finanzieren?

Das Wohnprojekt konvisionär e.V. wird über Einlagen der Mitglieder, Förderkredite, Fördergelder, Bankdarlehen und Direktkredite finanziert.

Was sind Direktkredite?

Direktkredite sind Geldbeträge, die dem Projekt direkt, also ohne den Umweg über eine Bank, geliehen werden. Dafür wird zwischen dem oder der Kreditgeber_in und der konvisionär Wohngesellschaft mbH, deren Gesellschafter konvisionär e.V. ist, ein Kreditvertrag abgeschlossen.

Wie sicher ist mein Geld, wenn ich euch einen Direktkredit gebe?

Der Direktkredit und die anfallenden Zinsen werden über Mieteinnahmen refinanziert. Angesichts des hohen Wohnraumbedarfs in Heidelberg und der guten Lage der Immobilien ist mit einer stabilen Vollvermietung zu rechnen.
Aus Erfahrungen anderer selbstverwalteter Wohnprojekte lässt sich sagen, dass ein solches Finanzierungsmodell sowohl für die Direktkreditgeber_innen als auch für die -nehmer ein erfolgreiches und stabiles Konzept ist. Im Falle einer Insolvenz ist ein Totalverlust eines Direktkredites allerdings möglich, da Direktkredite nachrangig behandelt werden, d.h. die Banken werden zuerst bedient.

Erhält man mit einem Direktkredit einen Anteil an der GmbH?

Nein. Die Eigentumsverhältnisse sind im GmbH-Gesellschaftervertrag geregelt und liegen bei konvisionär e.V. (1. Gesellschafter) und dem Verein zur Sicherung selbstverwalteter Wohnformen e.V. (2. Gesellschafter). Die Anteile werden nicht veräußert. Direktkredite dienen also der Kapitalversorgung der GmbH, ändern aber nichts an den Eigentumsverhältnissen.

Wie lange sind Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist?

Direktkredite haben eine Mindestlaufzeit von 2 Jahren. Nach dem Ablauf der Mindestlaufzeit gilt eine Kündigungsfrist von 6 Monaten. Wenn der oder die Direktkreditgeber_in die Geldbeträge dringend früher brauchen sollte, bemühen wir uns den Kredit schon vor Ablauf der Kündigungsfrist zurückzuzahlen. Generell geben uns lange Laufzeiten eine bessere Planungssicherheit.

Wie hoch sind die Zinssätze?

Der Zinssatz für Direktkredite ist wählbar zwischen 0 und 1,5 Prozent per annum. In Anbetracht der derzeit niedrigen Hypothekenzinsen stellen für uns insbesondere Direktkredite mit einem Zinssatz von unter 1 Prozent neben der Eigenschaft als Eigenkapital auch im Sinne finanzieller Belastung eine tatkräftige Unterstützung und Entlastung dar.
Je weniger Zinsen ein_e Direktkreditgeber_in für das geliehene Kapital in Anspruch nimmt, desto mehr Unterstützung gewährt sie oder er der Realisierung des Projekts.
Noch wichtiger als die Höhe der Zinsen ist für uns jedoch die Langfristigkeit der Kredite: weil nicht ständig neue Anschlusskredite gefunden werden müssen, entlasten langfristige Kredite das Projekt und tragen besonders in der Anfangsphase dazu bei, die nötige finanzielle und strukturelle Stabilität aufzubauen.

 

Zum Thema Besitzverhältnisse

Wem gehört das Haus dann am Ende?

Eigentümer des Hauses werden nicht die Bewohner_innen, sondern eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH): Die konvisionär Wohngesellschaft mbH. Diese GmbH hat zwei Gesellschafterinnen: 1. konvisionär e.V. und 2. Verein zur Sicherung selbstverwalteter Wohnformen e.V.

Sind die Bewohner_innen dann nur Mieter_innen? Kann ich über die Gestaltung des Hauses und der zukünftigen Wohnung mitentscheiden?

Die Bewohner_innen wohnen zur Miete, leben aber selbstbestimmt. Sie können und müssen als Gemeinschaft alle Entscheidungen zum Haus zu treffen, wer einzieht, was baulich getan wird, welche Projekte unterstützt werden, wie die Finanzierung zu bewältigen ist – außer dem Verkauf des Hauses oder ähnliches, was ein Ende des Projektes und der Gemeinschaft bedingen würde.

Wie funktioniert diese GmbH?

Die Konvisionär Wohngesellschaft mbH kauft das Haus und hat 2 Gesellschafter:

1. Gesellschafter: Hausverein “konvisionär – ökologisches Leben in Gemeinschaft e.V.”: Diesem Verein gehören die jeweils aktuellen Bewohner_innen des Wohnprojekts an. Der Verein kümmert sich um alle Belange des Zusammenlebens und trägt dafür Sorge, den Bewohner_innen ein Zusammenleben gemäß der in der Satzung verankerten Grundsätze (ökologisch, gemeinschaftlich, selbstverwaltet, solidarisch) zu ermöglichen.

2. Gesellschafter: “Verein zur Sicherung selbstverwalteter Wohnformen e.V.”: Dieser Verein ist für viele Menschen offen, z.B. ehemalige Mitbewohner_innen von konvisionär, Unterstützter_innen des Wohnprojekts, Menschen, die sich in den hauseigenen Projekten engagieren, Sympathisant_innen gemeinschaftlicher und ökologischer Wohnformen u.v.m.. Der Vereinszweck besteht darin, den Verkauf der GmbH-eigenen Immobilien zu verhindern und andere gemeinschaftliche Wohnformen zu fördern. Damit dieser Zweck nicht gefährdet wird, dürfen Mitgliedspersonen des Vereins nicht im größeren Stil in Immobiliengeschäfte verwickelt sein.

Der GmbH-Vertrag legt fest, dass beide Gesellschafterinnen bezüglich grundlegender Entscheidungen wie Hausverkauf und Satzungsänderung über das gleiche Stimmrecht verfügen. Keiner der beiden Vereine kann in diesen Fragen überstimmt werden – Entscheidungen in diesen Bereichen können also ausschließlich in beidseitigem Einvernehmen getroffen werden.

Worin bestehen die Vorteile dieser Besitzstruktur?

  1. Das Konzept ermöglicht die Verwirklichung des zentralen Anspruchs einer Selbstverwaltung.
  2. Ein Hausverkauf ist sehr unwahrscheinlich: die Vereinsmitglieder in beiden Vereinen müssten jeweils mit 80% Mehrheit einem Verkauf zustimmen. Dieser Mechanismus gewährleistet eine gute Kontrolle und stellt sicher, dass im Falle einer solchen Entscheidung diese von einem Großteil der Gründer_innen mitgetragen wird. Ökonomische Interessen von Einzelnen können durch das Projekt nicht verfolgt werden: das Geld würde zweckgebunden für ein gemeinschaftliches Wohnprojekt bei der GmbH bleiben. Selbst im Falle einer Auflösung der GmbH könnte sich niemand bereichern, da der GmbH-Vertrag festlegt, dass das Vermögen in diesem Fall in gemeinnützige Projekte fließt.
  3. Mieten müssen keine Profite erwirtschaften und können niedrig gehalten werden – insbesondere mittel- und langfristig, sobald die Kredite getilgt sind.
  4. Es ist vertraglich geregelt, dass eine Ausschüttung von Gewinnen an die Gesellschafter nicht möglich ist.

Kann sich ein Gesellschafter – wie sonst üblich – für seinen Gesellschafteranteil auszahlen lassen?

Er erhält in diesem Fall nur seine ursprüngliche Einlage, die er zur GmbH-Gründung eingebracht hat, ohne Wertsteigerung ausgezahlt. Dies beträgt jeweils unter 20.000€, ist also wirtschaftlich völlig uninteressant. Eine feindliche Übernahme ist jedoch ausgeschlossen.